Rubrik: Lichtenberg

Skandinavische Straße 26

Nicaragua

altalt

Dieses wurde im Sommer 2013 aus Sicherheitsgründen
vollständig abgenommen, davor steht heute noch eine kleine Gedenktafel
zur Entstehung und Geschichte des Bildes.

Das Giebelwandbild in der Skandinavischen Straße 26 erstrahlt nach der Rekonstruktion in leuchtenden Farbe

Am 5. Mai 2004 erfuhr der nicaraguanische Meistermaler Manuel García Moia zum ersten Mal telefonisch, dass sein 1985 in Berlin-Lichtenberg gemaltes Monumentalbild noch existiert.
Seine anderen Wandgemälde im Freien, so etwa ein international preisgekröntes Mural (spanisch: Wandbild) in Kopenhagen, sind übermalt oder zerstört. Umso dankbarer war er für die Einladung, den Abschluss dieser einmaligen Rettungsaktion mitzuerleben. Vom 14. – 22. September 2005  war er in Berlin, wagte sich sogar selbst auf das Gerüst.
Das Wandgemälde erstrahlt seit Herbst 2005 in neuer Farbenfrische.
Die Maler Gerd Wulff aus Berlin-Kreuzberg und Max Michael Holst aus Hamburg wandten erstmalig für die künstlerische Reproduktion ein von ihnen geschaffenes Kopierverfahren an. Das ursprüngliche Bild ist im Zustand vom Juni 2005 unter einer ebenso als Pilotprojekt der Firma Quick Mix /StuckNagel ausgeführten Dämm- und Feinputzschicht erhalten geblieben.
Fast zwanzig Jahre grüßte es Hunderttausende, die sich an der exotischen Farbenpracht erfreuen konnten. Erst dem aufmerksamen Betrachter erschloss sich der gar nicht frohe Inhalt des Gemäldes.
Der aus Monimbó stammende Maler hatte im Sommer 1985 eine Situation aus dem Leben seines Heimatdorfes von Februar 1978 dargestellt. Die dort von Somoza-Soldaten überfallenen, ermordeten Einwohner Monimbós, vor allem Frauen, Kinder, Jugendliche und alte Menschen, das waren seine Nachbarn. Dennoch betont García Moia auch heute noch jenen Gedanken, der ihm schon damals sehr wichtig war: “Ich will das Sterben und den Widerstand zeigen, aber auch die Schönheit der Natur und unserer alten Kultur. Wer es ansieht, soll auch etwas von der möglichen Schönheit des friedlichen Lebens, um das wir kämpfen spüren.”
Es war kein geringer als der weltberühmte Ernesto Cardenal, der den Nationalpreisträger für naive Kunst Nicaraguas und Ehrenbürger seiner Heimatstadt Masaya vorschlug, als der (Ost)Berliner Magistrat als eine solidarische Aktion einem nicaraguanischen Künstler in Lichtenberg ermöglichte, ein authentisches Mural aus Lateinamerika gemeinsam mit den Berliner Ko-Autoren Trakia Wendisch und Martin Hoffmann auszuführen.
Als am 30. September 2005 Freunde und Künstler mit Friedensliedern und Tanz das fertige Bild begrüßten, war der populäre nicaraguanische Maler wieder an seinem heutigen Arbeitsort Frederick in den USA, aber seine Gedanken weilten bei vielen neuen Freunden in Deutschland. Die Arbeit der Initiative ist keineswegs beendet, eine Wandbild-Beleuchtung und eine Informationssäule über die Geschichte seiner Wiedergeburt sind installiert worden.
Quelltext: Berlin.de